Film | Das Wachsfigurenkabinett (1924)

Das Wachsfigurenkabinett (1924)


Regie: Paul Leni

Der deutsche Stummfilmklassiker unter der Regie des Malers und Filmarchitekten Paul Leni in aktueller Restaurierung der Deutschen Kinemathek. Mit der neu komponierten Musik von Bernd Schultheis, Olav Lervik und Jan Kohl.

Ein junger Poet erfindet romantische Geschichten zu den Jahrmarktsfiguren von Harun al Raschid, Iwan dem Schrecklichen und Jack the Ripper. Die Wachsnachbildungen werden in fantastischen Episoden lebendig, deren Spektrum von der düster-expressionistischen Schauerballade bis zur burlesken Farce reicht. Diese spielerische Verbindung von komischen und unheimlichen Effekten beziehen auch den Dichter selbst sowie die von ihm verehrte Tochter des Kabinettbesitzers in verschiedenen Rollen ein.

DAS WACHSFIGURENKABINETT von Paul Leni wurde 1924 in Wien uraufgeführt. Die hier vorgelegte Restaurierung der Deutschen Kinemathek beruht auf einer 35mm Nitratkopie des British Film Institute National Archives (BFI), sie ist ca. 500m kürzer ist als die verschollene Originalfassung. Da der Text der deutschen Zwischentitel nicht überliefert ist, wurden die englischen Zwischentitel der BFI Kopie belassen.

Mit der neu komponierten Musik von Bernd Schultheis, Olav Lervik und Jan Kohl: Fünf akustische Instrumente (Klarinette, Posaune, Viola, Gitarre, Perkussion), kombiniert mit zwei Keyboards und Live-Elektronik, sind in der neuen Filmmusik vereint, um den Film in all seinen phantastischen und düsteren Arabesken auszuleuchten. So, wie der Film viele Facetten des Kunstkinos und Genre-Kinos vereint, bewegt sich auch die Musik von Bernd Schultheis,  Olav Lervik und Jan Kohl auf einem schmalen Grat zwischen Neuer Musik und Filmmusik, traditioneller Volksmusik und  Pop-Musik. Die drei Komponisten entwerfen ein gleichermaßen intelligentes wie vergnügliches Vexierspiel von musikalischen Formen und Farben, das real und virtuell, instrumental und elektronisch funktioniert.

Uraufgeführt wird die neue Musik von der Musikfabrik Nordrhein-Westphalen, einem der führenden Ensembles für zeitgenössische Musik, unter Leitung der Schweizer Dirigentin Elena Schwarz am 21.02.2020 im Friedrichstadt-Palast. Die Filmmusik ist eine Auftragsarbeit von ZDF/ARTE und der Deutschen Kinemathek; die TV-Premiere findet auf ARTE am 25.02.2020 statt, zeitgleich erscheint die BluRay/DVD bei AbsolutMedien als ein weiteres Highlight der ARTE Edition.

25 Jahre Stummfilm auf ARTE
Mit der ARTE Produktion des WACHSFIGURENKABINETTs feiert der Stummfilm auf ARTE sein 25-jähriges Jubiläum. Eingeführt wurde der Sendeplatz im Jahr 1995 anlässlich von ‚100 Jahre Film‘. Seitdem sind ca. 300 Stummfilme gelaufen: ein Drittel davon Ankäufe, über 200 Filme sind von ARTE initiierte Koproduktionen mit internationalen Partnern der Film- und Musikbranche.

Der Sendeplatz ist ein Schaufenster für aktuelle Restaurierungen aus dem Bestand der europäischen Filmarchive, deren Arbeit durch die Übernahme ihrer Kopien ins Fernsehprogramm finanziell unterstützt wird. ARTE will den Stummfilm als eigene Kunstform wieder erlebbar machen, deshalb gehören zur Politik des Senders zwei weitere Schwerpunkte: die Produktion hochwertiger Musikfassungen und deren Präsentation in exponierten Häusern. Mit 150 neu produzierten Stummfilmmusiken hat ARTE einen einzigartigen Output und setzt in seinen Koproduktionen mit Archiven und Orchestern oft den Schluss-Stein, damit Klassiker der Stummfilmära auf großer Leinwand aufgeführt werden können.

Der aktivste Pol für diese Musikprojekte ist die ZDF/ARTE Filmredaktion. Sie engagiert sich ebenso für Rekonstruktionen historischer Filmmusik wie für die zeitgenössische Musik. Die Kompositionsaufträge gehen an Komponist*innen, die gleichermaßen in der Konzertmusik, wie in der Ballett- und Theatermusik zu Hause sind, manche auch in der Oper. Dazu zählen etwa Olga Neuwirth, Johannes Kalitzke, Elena Kats-Chernin, Bernd Thewes, Detlev Glanert, Violeta Dinescu oder Bernd Schultheis.

Die neu komponierten oder rekonstruierten Musiken werden in Koproduktion mit renommierten Ensembles und Orchestern eingespielt und zur Live-Uraufführung gebracht. So entstand ein Netzwerk von Klangkörpern, die diese ARTE-Produktionen in ihrem Repertoire halten und damit wesentlich zur öffentlichen Präsenz von Stummfilmen beitragen. Zu den Kooperationsorchestern zählen das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, hr-Sinfonieorchester (Frankfurt), WDR Funkhausorchester (Köln), Orchester der Komischen Oper Berlin, Ensemble Intercontemporain (Paris), Ensemble ascolta (Stuttgart), Ensemble Kontraste (Nürnberg), Jewish Chamber Orchestra (München).

Zur Nachhaltigkeit der Projekte gehört deren Veröffentlichung auf Blu-ray und DVD. Hauptpartner ist dabei AbsolutMedien mit der ARTE Edition, wo auch das Wachsfigurenkabinett zur Berlinale-Premiere mit einem ausführlichen Booklet zur Restaurierung erscheint.

Seit 10 Jahren ist die ZDF/ARTE Redaktion mit besonderen Stummfilmprojekten zu Gast bei den Berlinale Classics. Unvergessen ist die Metropolis-Premiere (2010), die live auf ARTE übertragen und als public viewing am Brandenburger Tor zu sehen war. Es folgten Oktober (2012), Der Student von Prag (2013), Das Cabinet des Dr. Caligari (2015), Der Müde Tod (2016), Das alte Gesetz (2018). Alle Aufführungen finden in Kooperation mit der Deutschen Kinemathek statt, so auch die Uraufführung der aktuellen Restaurierung vom Wachsfigurenkabinett mit dem Ensemble Musikfabrik unter der Leitung von Elena Schwarz.

Nina Goslar
ARTE Filmredaktion im ZDF

Extras

Mit einem ausführlichen Booklet
Bonusfilm: DER FILM IN FILM (1924)
Zweiter Soundtrack: am Klavier Richard Siedhoff

Booklet
Credits Stab, Darsteller, Restaurierung, Musik
Biographien Stab
Siegfried Krakauer über das WACHSFIGURENKABINETT
Rudolf Kurtz über DAS WACHSFIGURENKABINETT
Julia Wallmüller – Die Restaurierung
Die neu komponierte und eingespielte Filmmusik

Credits
Darsteller: Emil Jannings, Conrad Veidt, Werner Krauss, Wilhelm Dieterle
Musik: Olav Lervik und Jan Kohl Bernd Schultheis (2019)
Regie: Paul Leni

Produktionsjahr: 1924
Pressestimmen

„Künstler haben diesen Film geschaffen, wahre und im Herzen reine Künstler!“ Lichtbühne, 1924

“Ein Klassiker der dämonischen Leinwand!” Süddeutsche Zeitung

“„Das Wachsfigurenkabinett“ von Paul Leni, vielleicht weniger bekannt als „Nosferatu“ oder „Metropolis“, gehört zu einem der filmischen Höhepunkte des Weimarer Stummfilmkinos. Allerdings mit einer ungleich dramatischeren Komponente.” art-in-berlin.de

“Und wieder erscheint ein garantiert unstreambares Meisterwerk des deutschen Expressionismus auf BluRay und DVD. Regisseur Paul Leni führte 1924 einen Dichter in eine unheimliche Jahrmarktsattraktion, wo er von Jack the Ripper verfolgt wird. Die Hauptrolle spielt der spätere Hollywood-Regiemeister Wilhelm „William“ Dieterle.” Hannoversche Allgemeine Zeitung

“Großartig gelungen ist aber auf jeden Fall die digitale Rekonstruktion dieses Stummfilms. Trotz des Alters von fast 100 Jahren besticht die Bildqualität ebenso wie die Farbabstimmung. Einen spannenden Einblick in die Schwierigkeiten und die Akribie der Rekonstruktion bietet Julia Wallmüller in ihrem Artikel im beigelegten Booklet.” film-netz.de

“Die neu eingespielte Musik ist wirklich sehr gelungen und stellt eine echte Bereicherung dar. Prädikat: Besonders anschaffungswürdig!” 35mm

“„Das Wachsfigurenkabinett“ ist ein fesselndes Stück Filmgeschichte, die neue Musik passt perfekt und die Restaurierung weiß ebenfalls zu beeindrucken. Kann ich nur weiterempfehlen. Neben dem Film enthält die DVD den Bonusfilm „Der Film in Film“ aus dem Jahr 1924, einen zweiten Soundtrack mit Richard Siedhoff am Klavier und ein sehr informatives Booklet.” nextgamersnet

DVD
lieferbar
€ 14,90


Best. Nr.: 3019
ISBN: 978-3-8488-3019-0
EAN: 978-3-8488-3019-0
FSK: Infoprogramm

Länge: 80
Bild: PAL, viragiert, 4:3
Ton: Dolby Stereo
Sprache: Englische Zwischentitel
Untertitel: Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch, Arabisch , Chinesisch
Regionalcode: codefree

Label: ARTE Edition
Edition: ARTE EDITION


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