Filmarchiv | Das neue Babylon (1929)

Das neue Babylon (1929)

Regie: Leonid Trauberg Grigori Kosinzew

Vor dem Hintergrund der Niederschlagung der Pariser Commune 1871 erzählt der Film die Geschichte von Louise und Jean, deren Liebe in Zeiten des offen ausgetragenen
Klassenkampfes keine Chance hat. Louise, Verkäuferin im Kaufhaus ›Das Neue Babylon‹ ist engagierte Kommunardin, Jean, ein politisch unbedarfter junger Mann vom Lande, steht als Soldat im Dienst der französischen Armee und ist gezwungen, die Commune zu bekämpfen.
DAS NEUE BABYLON lebt von seinem furiosen Tempo und der karikaturistischen Überzeichnung. In dicht komponierten Tableaus, die sich an den Bildern der französischen
Impressionisten und den Romanen Zolas orientieren, wird in Leningrad das Pariser Leben nachinszeniert. Das Regie-Duo Kosinzew & Trauberg entwickelte eine einzigartige Filmästhetik mit einer radikalen Montage, deren experimenteller Charakter die glättenden Eingriffe der Zensur vergessen macht.
Schostakowitschs Originalmusik zum Film ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der Filmmusik. Die hier vorgestellte rekonstruierte Musikfassung beruht auf dem persönlichen
Manuskript von Dmitri Schostakowitsch, das bisher nicht zugänglich war.

Inhaltsübersicht

1. Akt I Krieg
2. Akt II Paris − die Preußen kommen
3. Akt III Kapitulation − wer wird für den verlorenen Krieg zahlen?
4. Akt IV Am Morgen des 18. März − die Arbeiter holen die Kanonen nach Paris
5. Akt V Hoffnung der Commune − Paris wird verteidigt
6. Akt VI 49. Tag des Aufstands − die Niederlage der Commune
7. Akt VII Rache − die neue Friedensordnung der Bourgeoisie
8. Akt VIII Das Tribunal

Credits
Buch: Leonid Trauberg Grigori Kosinzew
Darsteller: David Gutmann Sergei Gerassimow
Kamera: Jewgeni Michailow Andrej Moskwin
Originalmusik: Dmitri Schostakowitsch
Regie: Leonid Trauberg Grigori Kosinzew

Produktionsland: UdSSR
Produktionsjahr: 1929
Pressestimmen

“Die musikalische Vorlage des Komponisten Dmitri Schostakowitsch reißt auch heute noch mit.” Deutsche Welle

“Kosintzew und Trauberg vertraten damals am reinsten die ‘poetische’ Richtung des sowjetischen Films, die das erzählerische Prinzip für unwichtig erachtete, um statt dessen Situtionen und Gefühle in komprimierter, aufs Grundsätzliche reduzierter Form darzustellen.” Ulrich Gregor/Enno Patalas

“Großes Kino, das endgültige Ende des ohnehin nie stummen Stummfilms” Ray 3/2008

“Ein dramatisches Kapitel der frühen Arbeiterbewegung und ein großer Klassiker der Filmgeschichte” Kultura-Extra

“Schauspielgeschichtlich ist dieses Porträt – fern traditioneller Theatralik – eine frühe Meisterleistung intimer Filmpsychologie” Jan Brachmann, Berliner Zeitung

DVD
nicht mehr lieferbar

Best. Nr.: 862
ISBN: 978-3-89848-862-4
EAN: 978-3-89848-862-4

Länge: 93
Bild: PAL/SW, 4:3
Ton: Dolby Stereo
Sprache: Zwischentitel: Russisch
Untertitel: Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch

Label: absolut Klassik/ARTE Edition
Rubrik: Spielfilm, Stummfilm


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