Filmarchiv | Jahrestage

Jahrestage


Regie: Margarethe von Trotta

Uwe Johnsons Hauptwerk “Jahrestage” wurde in vier Teilen verfilmt. Erzählt wird die Geschichte der Familie Cresspahl aus einem kleinen Dorf in Mecklenburg. Johnsons 1.800 Seiten umfassender Roman, dessen erster Band 1970 erschien und den er erst 1983 nach schweren persönlichen Krisen und zehnjähriger Schreibhemmung hatte beenden können, ist nicht nur eine Familienchronik, sondern reflektiert auch vier Jahrzehnte deutscher Geschichte: von Hitlers Machtergreifung, über den Krieg, die Anfänge der DDR und den Mauerbau bis zum Scheitern des Prager Frühlings im August 1968. Das Drehbuch stammt von dem bewährten Autorenteam Peter Steinbach und Christoph Busch. 120 Darsteller, darunter Stars wie Suzanne von Borsody, Axel Milberg, Nina Hoger und Hanns Zischler wirken in der 16 Millionen Mark teuren Großproduktion mit.

New York von August 1967 bis 1968: dort lebt Gesine Cresspahl mit ihrer elfjährigen Tochter Marie und arbeitet als Fremdsprachenkorrespondentin in einer Bank.
Anders als Marie, für die Deutsch eine fremde Sprache ist, fällt es Gesine schwer, New York als Heimat zu akzeptieren. Sie ist eine Frau Mitte dreißig, von einer dickköpfigen Sprödigkeit, die ihrem Chef de Rosny imponiert. Er versucht sie zu einer Reise in die sich wandelnde CSSR zu überreden. Hintergrund: Mit einem Dollarkredit will ihre Bank die Regierung in Prag von den Russen unabhängig machen. Privat umwirbt sie Dietrich Erichson (D.E.), Raketenfachmann der Nato, und wie sie gebürtig aus Mecklenburg in Deutschland. Er warnt Gesine davor, den Vermittler-Auftrag zu übernehmen. Sie kämpft mit sich, aber vor allem hadert sie mit den politischen Systemen, sowohl mit dem kapitalistischen als auch dem sozialistischen. Durch die wissbegierige Marie, die Gesine immer wieder drängt, ihre Lebensgeschichte zu erzählen, wird die Vergangenheit noch einmal schmerzhaft lebendig.

Extras

- Kapitelaufteilung
- Zusätzliche Informationen zum Film (Regisseurin, Hauptdarstellerin, »Das Unverfilmbare verfilmen«, Auszeichnungen) und zum Buch (Der Romanautor UWE JOHNSON, Uwe Johnson über die Entstehung des Romans, Literaturhinweise)
- Linkliste

Credits
Buch: Peter Steinbach Christoph Busch
Darsteller: Marie Helen Dehorn Suzanne von Borsody
Kamera: Franz Rath
Musik: Enjott Schneider
Regie: Margarethe von Trotta
Schnitt: Corina Dietz

Produktion: WDR EIKON Film
Produktionsland: D
Produktionsjahr: 2000
Pressestimmen

“Die Verfilmung von Uwe Johnsons Roman ‚Jahrestage’ ist ein eigenständiges, aufregendes Kunstwerk. Der gewaltige Stoff geriet Margarethe von Trotta und ihrem Team zu einer selten glücklichen Einheit: politische Dimension, privates Leben, starke Emotionen, feinste Nuancen der Komik und der Tragik.”
- epd medien, Nov. 2000

“Trotta hat die Legende der Unverfilmbarkeit hinreißend widerlegt”
- FAZ

“Ein Spannungsbogen, der sechs Stunden trägt. Die Schauspieler – alle: fabelhaft.”
- epd Film

“Margarethe von Trotta gelingt ein Wunder: Sie verwandelt Uwe Johnsons literarisch verschraubte Chronik “Jahrestage” in einen gefühlvollen Bilderbogen über deutsche Schicksale im Schatten von Krieg und Diktatur."
- Der Spiegel

Auszeichnungen

Johnson Preis für das beste Drehbuch
Fipa-Gold für die beste Musik
Nominierung für den Emmy Award

2 DVDs
nicht mehr lieferbar

Best. Nr.: 759
ISBN: 978-3-89848-759-7
EAN: 4-021308-887595
FSK: 12

Länge: 360
Bild: Farbe, PAL, 4:3
Ton: Dolby AC 3
Sprache: Deutsch
Regionalcode: codefree

Label: ARTE Edition
Rubrik: Spielfilm


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