Film | Out 1 – Noli me tangere / Spectre

Out 1 – Noli me tangere / Spectre
Restaurierte Fassung

Regie: Jacques Rivette Redaktion: Robert Fischer

Jetzt in restaurierter Fassung zum Sonderpreis.
»13 Stunden Schönheit.« Die ZEIT
»Leider nur 12,5 Stunden lang.« Die Welt

»Ein genialisches Experiment« nannte die Berliner Zeitung dieses Meisterwerk des improvisierten Kinos, zugleich ein Dokument der Lebens- und Arbeitsbedingungen der freien Theaterszene nach ’68.

Out 1 ist das radikalste und gewagteste Filmprojekt von Jacques Rivette, dem Kultregisseur der Nouvelle Vague. Rivettes legendäres Opus Magnum entstand 1970, ohne Drehbuch, nur nach einem Plan, der lose die Begegnungen des großen Ensembles strukturierte. Alles Weitere ergab sich durch Improvisation und freies Zusammenspiel.
Zwei Filme realisierte Rivette aus dem gedrehten Material: das Original von 13 Stunden Länge (OUT 1: NOLI ME TANGERE), das die abenteuerliche, mysteriöse, geheimnisvolle, dramatische, manchmal auch komische Geschichte in 8 Episoden erzählt. Und eine viereinhalbstündige »Kurzfassung« mit dem Titel OUT 1: SPECTRE.
Vom Original gab es zunächst nur eine unfertige Arbeitskopie, die 1971 in Le Havre ein einziges Mal öffentlich gezeigt wurde und dann verschwand. Erst zwanzig Jahre später stellte Jacques Rivette (mit Hilfe des WDR) seinen Film fertig. Dieses ist weltweit die erste DVD-Veröffentlichung von OUT 1 auf Grundlage der Archivkopien. »Spiel, in jedem Sinne des Wortes, war die einzige Idee hinter OUT 1: das Spiel der Akteure, das Spiel zwischen den Charakteren, spielen wie Kinder spielen, und ein soziales Spiel, so wie Gruppen bei einer Zusammenkunft interagieren«, sagt Jacques Rivette, dessen Interesse schon immer der Arbeit mit Schauspielern galt. In OUT 1 setzt er dieser Arbeit ein bewegtes Denkmal und versammelt dafür die besten Darsteller/innen des Autorenkinos der siebziger Jahre.

Im Bonusmaterial kommt Jacques Rivette selbst zu Wort.
Die DVD-Box wird ergänzt durch ein umfangreiches Booklet.

DIE ACHT EPISODEN:

Erste Episode Von Lili zu Thomas
Zwei Theaterensembles bei der Arbeit: Lili (Michèle Moretti) und ihre Truppe sind Leute, die das Theater lieben. Ihnen ist es wichtiger, zu gemeinsamer Arbeit zusammenzukommen als eine Aufführung zu inszenieren. Auf der Basis des Stücks von Aischylos »Sieben gegen Theben « entwickeln sie eine Anzahl von Variationen.
Thomas (Michael Lonsdale) dagegen leitet eine Gruppe von professionellen Schauspielern, die eine Aufführung des »Prometheus in Fesseln« (ebenfalls von Aischylos) vorbereiten. Sie orientieren sich an der Arbeit des Living Theatre und an Peter Brook.
Lili und Thomas (der jetzt mit Béatrice zusammenlebt, einer Schauspielerin aus seiner Truppe) waren früher einmal zusammen. Nach ihrer Trennung hat jeder von ihnen eine neue Truppe gegründet.
Zur gleichen Zeit wandert ein gewisser Colin (Jean-Pierre Léaud) von Café zu Café. Er ist taubstumm und lebt vom mehr oder weniger erzwungenen Verkauf von Schicksalsbotschaften, die er sorgfältig in Umschläge verpackt hat und mit denen er die Mildtätigkeit der Leute herausfordert. Colin hat mit seiner Familie gebrochen. lm Augenblick ist das alles, was wir von ihm wissen. Wir wissen im Moment auch nicht besonders viel von Frédérique (Juliet Berto). Wir wissen nur, dass auch sie häufig Cafés aufsucht. Dort erweist sie sich als Expertin darin, von Zufallsbekanntschaften Geld zu »borgen«.

Zweite Episode Von Thomas zu Frédérique
Colin verteilt nicht nur Botschaften, er erhält auch welche und zwar dreimal: Zum ersten Mal in einem Bistro auf den Champs-Élysées, wo ihm eine junge Frau ein Blatt zusteckt, auf dem ein mysteriöser Satz geschrieben steht. Kurz darauf entdeckt Colin in seiner Wohnung unter der Tür ein weiteres Papier, auf dem ein Satz steht, der ihm nicht weniger geheimnisvoll erscheint. Die dritte Botschaft wird ihm von oben aus einem Treppenhaus zugeworfen: Diesmal ist es ein längerer Text,
den er zu entziffern versucht:
»Zwei Wege öffnen sich vor dir / Dreizehn, um besser den Schnark zu jagen /
Setz mich hin so wie es sein soll / Sie hätten den Boo nicht gefunden /
Heilig war unser Streben / Jum sah sie das Bewusstsein verlieren /
lm Hafen, wo du ankommen musst / Verbring’ die Zeit, die sie ausradierte /
Eine Hand wird die deine führen / Noch einmal Dreizehn, eine seltsame Mannschaft.«
»Deux chemins s’ouvrent devant toi / Treize pour mieux chasser le Snark /
Place moi comme je dois l’être / Ils n’auraient recontré le Boo /
Sainte fut notre ambition / Jum qui les vit s’évanouir /
Au Port où tu dois aborder / Passe le temps qui les gomma /
Une main guidera la tienne / D’autre Treize ont formé un étrange équipage.«
Zu Beginn ist Colin vor allem erstaunt über die doppelte Verwendung des Wortes »Dreizehn«. Er erinnert sich an die »Geschichte der Dreizehn« von Balzac. Schnell merkt er, dass er auf dem richtigen Weg ist, denn er findet im Vorwort von Balzacs »Geschichte der Dreizehn« die Quelle der beiden Texte, die er zuvor erhalten hatte. Währenddessen setzt Frédérique ihre Irrwege und ihre »Anleihen« fort. Ihr letzter Dreh: zwei Verkäufer von Pornophotos (Bernard Eisenschitz und Pierre Cottrell) zu erpressen. Es geht schief. Sie wird ziemlich grob aus dem Bistro geworfen.
Tatsächlich hat Frédérique keine andere Beschäftigung in ihrem Leben, als zu versuchen, an allen Ecken und Enden Geld zu beschaffen. Sie lebt allein und hat einen einzigen Freund, Honeymoon (Michel Berto), einen schüchternen Homosexuellen, der zurzeit in einen Jungen verliebt ist, den er aber nicht anzusprechen wagt. Frédérique ist seine Vertraute, und er erzählt ihr von seinem Liebeskummer, und sie erzählt ihm manchmal von ihren Geldsorgen.
Thomas beschäftigt sich weiter mit seiner Inszenierung. In dieser Phase seiner Arbeit geht es vor allem um die Aggression. Lili dagegen führt mysteriöse Telefongespräche und trifft sich in der Nähe des Justizpalastes mit Lucie, einer Anwältin (Françoise Fabian). Im Verlauf ihrer Unterhaltung nehmen sie mehrmals Bezug auf die Gruppe, zu der sie gehören. Wir erfahren, dass Lucie sich weiterhin mit Pierre, Etienne und Warok trifft. Wir erfahren auch, dass Igor verschwunden ist. Lili jedenfalls interessiert sich nicht mehr für die Gruppe. Dennoch wollte sie mit Lucie darüber sprechen. Dann ist da noch eine andere Person, mit der Lili über »Die Gruppe« gesprochen hat: Elaine (Karen Puig), Schauspielerin in ihrem Ensemble und darüber hinaus Sekretärin eines gewissen Georges, eines Anwalts, der auch ein Freund von Lili ist. Sie bedauert übrigens, mit Georges von
denen gesprochen zu haben, die sie »die übrigen Zwölf« nennt.

Dritte Episode Von Frédérique zu Sarah
Um mehr über jene mysteriöse »Gruppe der Dreizehn« zu erfahren, sucht Colin einen Professor auf, der Spezialist für Balzac ist (Éric Rohmer). Colin schreibt seine Fragen auf und legt sie dem Professor vor. Dieser erläutert ihm die großen literarischen Qualitäten von Balzac, an die »Gruppe der Dreizehn« will er aber nicht glauben, weder heute noch zu Zeiten Balzacs. Colin muss also seine Recherchen allein weiterführen. Als er sich aufs Neue dem Kryptogramm zuwendet und den Text immer wieder liest, fällt ihm etwas auf: Wenn man die ersten Wörter der ungeraden Zeilen nimmt, erhält man einen sehr kurzen Text, der durchaus einen Sinn zu haben scheint: 2, Place-Sainte – au
port – Une. Das könnte eine Adresse bedeuten: 2, place Sainte Opportune. Colin macht sich sofort auf den Weg und findet unter dieser Adresse eine Boutique und ein Schild »Winkel des Zufalls« (L’ Angle du Hasard). Er hinterlässt einen Zettel mit der Frage: »Kennen Sie die Dreizehn?«. Und schnappt einige Gesprächsfetzen auf, die darauf hindeuten, dass die Besitzerin des Ladens, Pauline (Bulle Ogier), und ihre Freunde offenbar eine Zeitung gründen wollen. Das bringt Colin auf die Idee, sich als Journalist auszugeben, um einfacher an Informationen zu kommen. Er ruft seinen Vater an und kann plötzlich sprechen. Er fragt ihn, wie man an einen Presseausweis kommt.
Thomas setzt seine Arbeit am »Prometheus« fort. Zum ersten Male sehen wir ihn auch zu Hause, mit Béatrice (Edwine Moatti). Er hat das Gefühl, mit seiner Arbeit nicht voran zu kommen. Er will mit Freunden darüber reden. Zum Beispiel mit Sarah (Bernadette Lafont), die in einem großen Haus am Meer wohnt. Er würde sie gerne mit nach Paris nehmen, aber Sarah zögert. Sie hat sich zurückgezogen und sogar die Idee aufgegeben, ein Buch zu schreiben.
Was mit Frédérique los ist, wird auch immer klarer: Sie lebt von miesen kleinen Affären und mehr oder weniger geschickt ausgeführten Diebstählen. Ihr letztes Abenteuer endet schlecht: Sie wird von Marlon, einem Typ in einer schwarzen Lederjacke (Jean-François Stévenin), zusammengeschlagen.

Vierte Episode Von Sarah zu Colin
Colin, immer noch auf der Suche nach einem Presseausweis, geht zu »Paris Jour«, wo er rausgeworfen wird. Er kehrt zu Paulines Boutique zurück. Er stellt sich als Journalist vor und bewirbt sich um eine Mitarbeit an der Zeitung, die die Freunde von Pauline gründen wollen. So kommt er endlich an sein Ziel: dem kleinen Kreis von Freunden anzugehören, die im »Winkel des Zufalls« verkehren. So kann er Pauline bei ihren häufigen Treffen über die »Dreizehn« ausfragen. Aber Pauline ist auf der Hut und antwortet auf seine Fragen in Rätseln.
Frédérique betreibt weiter ihre kleinen Geschäfte. Diesmal nimmt sie einen jungen Fußballspieler (Marc Chapiteau) mit ins Hotel und nutzt den Augenblick, wo er im Bad ist, um sich mit seinem Geld davonzumachen. Ihr Weg führt sie zu einem Haus mit Vorgarten, und durch das Fenster beobachtet sie einen Mann, der in Ruhe Schach spielt. Sie betritt das Haus, und – neugierig geworden – akzeptiert der Mann (Jacques Doniol-Valcroze) ihre Anwesenheit. Als er für kurze Zeit
das Zimmer verlässt, um ihr etwas zu trinken zu holen, nutzt sie diese Gelegenheit, um in den Schränken zu wühlen. Sie findet wohl kein Geld, aber ein Bündel Briefe. Zu Hause stellt sie fest, dass sie an Étienne Loinod adressiert sind und unterschrieben mit Lucie, Pierre, lgor. Und es ist darin auch häufig die Rede von der »Gruppe der Dreizehn«.
Thomas ist mittlerweile nach Paris zurückgekehrt, zusammen mit Sarah, die er zum Mitkommen überreden konnte. Er spricht mit ihr über seine Probleme mit »Prometheus« und lässt sie an den Proben teilnehmen. Aber Sarah bleibt zurückhaltend. Eines Abends begegnen wir Thomas bei Pauline, die zu Hause auf den Namen Émilie hört. Oft ist die Rede von lgor, dessen geheimnisvolles Verschwinden noch nicht geklärt ist, und wir erfahren auch, dass dieser Igor der Ehemann von
Pauline-Émilie ist. Hat Igor vielleicht einen Auftrag übernommen? Und wenn ja, warum ist er verschwunden?
Ein gewisser Renaud (Alain Libolt) taucht währenddessen bei der Truppe von Lili auf. Er möchte auch gern Theater machen. Er wohnt einigen Proben bei, kommt wieder, bleibt und wird schließlich aufgenommen.

Fünfte Episode Von Colin zu Pauline
Frédérique versucht, Étienne mit den gestohlenen Briefen zu erpressen, doch der behauptet, dass die Briefe wertlos und ohne jegliche Bedeutung für ihn sind. Nun wendet sie sich an Lucie. Sie treffen sich auf einer Terrasse, und Lucie überredet Frédérique, ihr die Briefe zu überlassen, ohne Bezahlung. Colin hängt weiterhin im Laden von Pauline herum, um etwas zu erfahren. Und er macht ihr sogar den Hof, um seinem Ziel näher zu kommen. Doch er wird das Opfer seines eigenen Spiels, denn er verliebt sich wirklich in Pauline. Er vergisst dabei sogar seine eigentlichen Interessen, die Suche nach den »Dreizehn«. Pauline allerdings zeigt kein Interesse an ihm und behandelt ihn von oben herab.
Frédérique unternimmt einen dritten Versuch, aus den Briefen, die ihr noch verblieben sind (es sind Briefe von Igor, in denen die Rede vom »Winkel des Zufalls« ist) Kapital zu schlagen. Sie sucht Pauline auf. Um Nachrichten von Igor zu bekommen, erklärt sie sich damit einverstanden, die Briefe zurückzukaufen. Zuerst ist sie enttäuscht, da die Briefe ziemlich alt sind und keine Antwort auf das Verschwinden Igors geben. Dennoch sind sie von gewissem Interesse, insofern als Igor in ihnen von Pierre spricht und davon, dass dieser es ihm übelgenommen hatte, dass er die »Dreizehn« verließ.
Die beiden Theaterleiter sehen sich immer größeren Problemen gegenüber. Thomas hat neben beruflichen Problemen auch private; er ist gefühlsmäßig hin- und hergerissen zwischen Sarah und Béatrice. Lili muss den Zerfall ihrer Truppe mit ansehen. Da ist zunächst Renaud, der ihr als Regisseur immer mehr den Rang abgelaufen hatte. Dann war da die Geschichte mit Quentin (Pierre Baillot): Er hatte beim Pferderennen eine Million gewonnen. Zunächst war das eine gute Nachricht. Endlich konnte die Truppe alle ihre Vorstellungen verwirklichen. Unglücklicherweise konnte Renaud die allgemeine Euphorie ausnutzen und sich mit dem Geld davonmachen. Seitdem fühlt sich die Truppe
kopflos und hat keine Lust mehr zu arbeiten. Die Schauspieler sind entmutigt, doch um irgendetwas zu unternehmen, beschließen sie, Renaud zu suchen. Sie haben nur zwei Anhaltspunkte, ein Photo von Renaud und den vagen Hinweis, dass Renaud, wenn er mit der Metro nach Hause fährt, an einer Haltestelle an einer der Ausfallstraßen von Paris aussteigt. Dort macht sich die Truppe auf die Suche.

Sechste Episode Von Pauline zu Émilie
In der Boutique von Pauline sieht Colin Sarah. Er wird neugierig und beschließt, ihr zu folgen. So gelangt er zu dem Übungsraum von Thomas. Colin greift wieder zu seinem alten Trick und stellt sich als Journalist vor. Er erzählt ihm von der »Geschichte der Dreizehn« und fragt ihn, welcher Zusammenhang zwischen dem Prometheus und der Geschichte der Dreizehn bestehe. Thomas geht
nicht auf die Frage ein. Doch er ist beunruhigt und verabredet sich mit Étienne. Tatsächlich sprechen sie über die Gruppe, die offenbar vor zwei Jahren auf der Grundlage des Balzac’schen Prinzips der »Geschichte der Dreizehn« entstanden war. Folgende Personen scheinen der Gruppe anzugehören: Pierre (Architekt), Étienne (Geschäftsmann), Lucie (Anwältin), Thomas und Lili (Theaterleiter), Sarah (Schriftstellerin), Igor (Journalist und Aktivist) und Warok (Philosoph).
Die Gruppe ist jedoch in der Zwischenzeit mehr oder weniger zerbrochen. Einige sind skeptisch geworden, wie Étienne und Warok, andere, wie Lili, haben sich eigentlich nie wirklich dafür interessiert.
Die Truppe von Lili sucht weiter ohne großen Erfolg nach Spuren von Renaud. Lili selber hat die Lust und den Mut verloren und hört auf, sich für die Angelegenheit zu interessieren. Thomas muss mit beruflichen und privaten Problemen fertig werden. Er kann und will sich nicht zwischen Sarah und Béatrice entscheiden. So versucht er, sie beide zugleich in sein Bett zu bekommen. Es ist ein Misserfolg. Sarah sieht keinen Grund mehr, in Paris zu bleiben. Sie fährt in ihr Haus zurück, wo auch Lili gerade eingetroffen ist. Colin wendet sich etwas verzweifelt wieder dem Kryptogramm zu, in der Hoffnung, dass es ihn auf eine andere Spur bringen wird. Und plötzlich entdeckt er in dem Text, der einen eindeutigen Bezug zu dem Gedicht von Lewis Carroll »Die Jagd nach dem Schnark« erkennen lässt, dass man nur den englischen Begriff »Crew« für équipage zu nehmen braucht und den letzten Buchstaben jeder Zeile von unten nach oben lesen muss, wobei man je eine Zeile überspringt, um zu einem Namen zu gelangen, der Colin vertraut erscheint: Warok.
Frédérique trifft, als Junge verkleidet, in einem Café ihren Freund Honeymoon. Er ist noch immer verliebt in den Jungen, den er nicht anzusprechen wagt, und vertraut seinen Kummer wieder einmal Frédérique an. Sie beobachtet ihn, wie er im Café sitzt und Zeitungen liest, wobei er sich besonders für die Rubrik »Vermischtes « zu interessieren scheint. (Dieser Junge ist übrigens kein anderer als Renaud.) Frédérique macht sich an ihn heran.

Siebte Episode Von Émilie zu Lucie
Frédérique hat sich mit Renaud verabredet. Sie treffen sich im Parc Montsouris. Es gelingt ihr, Renaud zu verführen. Er erzählt ihr, dass er zu einer Gesellschaft namens »Gefährten der Pflicht« gehört. Und er fügt hinzu, dass er für die Gruppe gestohlen hat. Eine ziemlich große Summe. Mehr will er nicht sagen. Colin hat diesen Warok (Jean Bouise) ausfindig gemacht, was nicht besonders schwer war, da dieser in einschlägigen Kreisen sehr bekannt ist. Er fragt ihn nach den »Dreizehn«, aber ohne Erfolg. Colin hat mehr und mehr den Eindruck, von irgendjemandem manipuliert zu werden. »All das wurde organisiert, um den Uneingeweihten in heillose Verwirrung zu stürzen.«
Émilie (das heißt Pauline) glaubt, etwas entdeckt zu haben. Die Briefe, die sie Frédérique abgekauft hatte, scheinen ihren Verdacht zu bestätigen, dass Pierre etwas mit dem Verschwinden von Igor zu tun hat. Sie beschließt, sich zu rächen. Zu diesem Zwecke beschafft sie sich Photokopien von Kostenvoranschlägen, die Pierre als Architekt gemacht hat und die gewisse Unregelmäßigkeiten aufweisen. Sie hat vor, Pierre damit zu erpressen. Sarah tut alles, um sie von diesem Plan abzubringen. Als letzte Möglichkeit ruft sie die »Dreizehn« zu Hilfe. Sarah informiert also Thomas, Étienne und Lucie über die Intrige, die Émilie da spinnt. Es gelingt ihnen, sich die Photokopien zu beschaffen. Aber sie sind ratlos, wie sie Émilie von ihren Racheplänen abbringen könnten.

Achte Episode Von Lucie zu Marie
Im Haus am Meer sucht Émilie das Gespräch mit Sarah. Sie möchte am liebsten einfach verschwinden, wie Igor, dessen Abwesenheit sie nicht begreift. Und sie leidet auch darunter, dass sie Colin, den sie sehr mag, schlecht behandelt hat. In Paris sitzen Lucie und Warok zusammen und reden über vergangene Zeiten; über die Idee der Gruppe; für sie eine Hoffnung, für ihn eine Spielerei. Colin taucht überraschend auf, um ihnen mitzuteilen, dass er endlich begriffen hat, dass diese »Gruppe der Dreizehn« eine Kinderei ist, eine pure Erfindung. Er kehrt dorthin zurück, wo wir ihn am Anfang gesehen haben, in die Cafés, die er frequentiert, um seine Schicksalsbotschaften anzubieten. Frédérique findet eine Mitteilung von Renaud, der mit ihr ein Treffen vereinbart. Dort findet Frédérique bei dem Versuch, Renaud zu retten, ein tragisches Ende. Im Haus am Meer klingelt das Telefon. Igor ist am Apparat. Émilie ist überglücklich und macht sich mit Sarah auf den Weg, um ihn bei Warok zu treffen. Zurück bleibt Thomas, den das Wiederauftauchen von Igor sehr verstört hat. Vergeblich versucht er, mit Lili ins Reine zu kommen. Am Ende entladen sich seine beruflichen und privaten Probleme in einem verzweifelten Gelächter und einem ständig wiederholten »Lasst mich in Frieden! Lasst mich in Frieden!« – Laissez-moi! –

Extras

BONUS: 7 Einführungen von Jacques Rivette (38 Min.), Die Geheimnisse von Paris von Wilfried Reichart (20 Min.). Mit einem ausführlichen Booklet.

DVD 1 Jacques Rivette …
Interview 1: Zwei Jahre nach 1968 / Ein offener Film
Interview 2: Zur Entstehung / Jean Rouch / André Cayatte

DVD 2 Jacques Rivette …
Interview 3: Die Geschichte der Dreizehn / Éric Rohmer / Balzac
Interview 4: Der Titel / Noli me tangere

DVD 3 Jacques Rivette …
Interview 5: Die Länge / Die Unterschiede zu SPECTRE / Struktur und Zentrum / Corneille
Interview 6: Die Gruppe der Dreizehn / Cahiers du cinéma / Die Zeit nach 1968 / Eine Komödie

DVD 4 Jacques Rivette …
Interview 7: Verschwörungen
»Die Geheimnisse von Paris« Ein Film von Wilfried Reichart (1972/2012, 20 Min.)

Booklet-Inhalt
Vorwort aus Honoré de Balzac »Geschichte der Dreizehn«
Stab/Besetzung
»Rivette tanzt« von Wilfried Reichart
Zwanzig Jahre später. Jacques Rivette 1970/1990 (Jacques Rivette im Gespräch mit Karlheinz Oplustil, Paris, Mai 1990)
Die Handlung
»Noli me tangere« von Jacques Rivette
»The Making of OUT 1« von Karlheinz Oplustil
Erinnerungen von Jean-Pierre Léaud, Juliet Berto, Bernadette Lafont, Bulle Ogier, Michael Lonsdale
Brief Éric Rohmers an den Produzenten Stéphane Tchalgadjieff vom 28. Juni 1990
Filmographie Jacques Rivette

Inhaltsübersicht

Erste Episode VON LILI ZU THOMAS
1. Vorspann / 13. April 1970 ■ 2. Sieben gegen Theben (Lilis Truppe) ■ 3. »Ich bin taubstumm«
(Colin) ■ 4. Prometheus in Fesseln (Thomas’ Truppe) ■ 5. »Glaubt nicht, daß ich aus Hochmut
schweige« (Thomas’ Truppe) ■ 6. »Das Feuer ist heiß« (Thomas’ Truppe) ■ 7. Botschaften
des Schicksals (Colin) ■ 8. Nachbesprechung (Thomas’ Truppe) ■ 9. Der falsche Junggeselle
(Frédérique) ■ 10. Schreie, Töne, Gesang (Lilis Truppe) ■ 11. Die Mundharmonika (Colin)
■ 12. Loch im Strumpf (Lilis Truppe) ■ 13. Ein Revolver (Frédérique) ■ 14. Abspann

Zweite Episode VON THOMAS ZU FRÉDÉRIQUE
1. Vorspann / Was in der vorigen Episode geschah ■ 2. Goethe, Shelley, Beckett (Thomas’ Truppe)
■ 3. »Denken Sie an den Schlüssel« (Colin) ■ 4. »Wenn ich Prometheus wäre« (Thomas’
Truppe) ■ 5. Drei Ganoven (Frédérique) ■ 6. Honeymoon ist verliebt (Frédérique) ■ 7. Ein
Rendezvous (Béatrice und der Ethnologe) ■ 8. Die erste Botschaft (Colin) ■ 9. Eine Liste mit
Namen (Lili und Elaine) ■ 10. Die zweite Botschaft (Colin) ■ 11. Der zitternde Chor (Lilis Truppe)
■ 12. Die dritte Botschaft (Colin) ■ 13. Zwei Pornographen (Frédérique) ■ 14. Balzac und
die 13 (Colin) ■ 15. Miss Blandish (Lilis Truppe) ■ 16. Aggression (Thomas’ Truppe) ■
17. Nachbesprechung (Thomas’ Truppe) ■ 18. Countdown (Frédérique) ■ 19. Eine seltsame
Geschichte (Lili und Lucie) ■ 20. Abspann

Dritte Episode VON FRÉDÉRIQUE ZU SARAH
1. Vorspann / Was in der vorigen Episode geschah ■ 2. Der Balzac-Experte (Colin) ■ 3. Die Kehrseite
der Geschichte unserer Zeit (Colin) ■ 4. Der Nachtwandler (Frédérique) ■ 5. Vor der Tafel
(Colin) ■ 6. Noli me tangere (Thomas’ Truppe) ■ 7. Nachbesprechung (Thomas’ Truppe) ■
8. Die verschlüsselte Adresse (Colin) ■ 9. Die Göttin Promethea (Thomas’ Truppe) ■ 10. »Kennen
Sie die Dreizehn?« (Colin und Pauline) ■ 11. Marlon, der Wilde (Frédérique) ■ 12. Probe (Lilis
Truppe) ■ 13. Der Taubstumme spricht (Colin) ■ 14. Eine Art Resonanz (Thomas und Béatrice/
Sarah) ■ 15. Vier Dolche (Frédérique) ■ 16. Das Haus am Meer (Thomas und Sarah) ■
17. Abspann

Vierte Episode VON SARAH ZU COLIN
1. Vorspann / Was in der vorigen Episode geschah ■ 2. »Haben Sie eine Schwester?« (Lilis Truppe
und Colin) ■ 3. Spaziergang am Strand (Thomas und Sarah) ■ 4. Der Fußballer (Frédérique)
■ 5. Paris Jour (Colin) ■ 6. Der Neue (Lilis Truppe und Renaud) ■ 7. Schießerei im Treppenhaus
(Frédérique) / »Nach links« (Colin) ■ 8. Ein Gast (Thomas’ Truppe und Sarah) ■ 9. »Hier
arbeiten alle umsonst« (Pauline und Colin) ■ 10. Ein Sympathisant (Thomas’ Truppe und Sarah)
■ 11. Körper und Stimme (Lilis Truppe und Renaud) ■ 12. »Gehören Sie zur Dreizehn?« (Pauline
und Colin) ■ 13. »Ich will nicht verbrennen« (Thomas’ Truppe und Sarah) ■ 14. Der Diebstahl der
Briefe (Frédérique und Étienne) ■ 15. Die Schildkröte (Pauline und Thomas) ■ 16. Der Inhalt der
Briefe (Frédérique) ■ 17. »Zwei Wege öffnen sich vor dir« (Colin) ■ 18. Abspann

Fünfte Episode VON COLIN ZU PAULINE
1. Vorspann / Was in der vorigen Episode geschah ■ 2. Der erste Erpressungsversuch (Étienne
und die Stimme von Frédérique) ■ 3. Kampf mit Meeresrauschen (Thomas’ Truppe und Sarah) ■
4. Zwieback mit Marmelade (Colin und Pauline) ■ 5. Briefe an Pierre, Igor und Lucie (Frédérique)
■ 6. »Ich hatte einen Papagei« (Colin und Pauline) ■ 7. Renaud übernimmt das Ruder (Lilis Truppe)
■ 8. Der zweite Erpressungsversuch (Frédérique und Lucie) ■ 9. Die Fischer am Niger (Béatrice
und der Ethnologe) ■ 10. Der Winkel des Zufalls (Colin, Pauline und Frédérique) ■ 11. Ein
Gewinn wird gestohlen (Lilis Truppe und Renaud) ■ 12. Spiegelübung (Thomas’ Truppe und Sarah)
■ 13. Spaghetti für alle (Lilis Truppe) ■ 14. Briefe gegen Geld (Frédérique und Pauline) ■
15. Paris wird aufgeteilt (Lilis Truppe) ■ 16. Ein Annäherungsversuch (Colin, Pauline und Sarah)
■ 17. »Kennen Sie diesen Jungen?« (Marie/Quentin/Nicolas) ■ 18. Abspann

Sechste Episode VON PAULINE ZU ÉMILIE
1. Vorspann / Was in der vorigen Episode geschah ■ 2. Die Suche nach Renaud geht weiter (Nicolas/
Lili/Quentin) ■ 3. Aischylos und Balzac (Colin, Thomas und Sarah) ■ 4. Porte d’Orléans
(Nicolas/Quentin) / Patience (Colin) ■ 5. Pierres Charme (Pauline-Émilie und Sarah) ■ 6. Die
Kunst der Dialektik (Frédérique und Warok) ■ 7. »Machen Sie eine Umfrage?« (Quentin/Nicolas/
Marie/Elaine/Lili) ■ 8. Versteckte Bedeutung (Colin und Béatrice) ■ 9. »Kennen Sie diesen Jungen?
« (Marie) ■ 10. Das Spiel der Dreizehn (Colin) / Lagebesprechung (Lilis Truppe) ■ 11. Umarmungen
(Thomas, Sarah und Béatrice) ■ 12. Der Kurier (Pauline und Lili) / Porte de la Gare
(Quentin) ■ 13. »Bis hierher und nicht weiter!« (Colin und Pauline) ■ 14. Die Luft ist raus (Lilis
Truppe ohne Lili) ■ 15. Wo steht die Gruppe? (Thomas und Étienne) ■ 16. Honeymoons
Schwarm (Frédérique und Renaud) ■ 17. Prometheus als Symbol der Dreizehn? (Thomas und
Étienne) ■ 18. Am Strand (Lili) / Eine seltsame Mannschaft (Colin) ■ 19. Begegnungen (Thomas’
Truppe mit Sarah und Quentin) ■ 20. Die Jagd nach dem Schnark (Colin) ■ 21. Abspann

Siebte Episode VON ÉMILIE ZU LUCIE
1. Vorspann / Was in der vorigen Episode geschah ■ 2. Croissants erleichtern das Leben (Frédérique
und Renaud) ■ 3. Autor oder Opfer (Colin und Warok) ■ 4. Objekte im Raum (Thomas’
Truppe mit Sarah und Quentin) ■ 5. »Es gibt keinen Ausweg« (Thomas’ Truppe mit Sarah und
Quentin) ■ 6. »Lili ist verschwunden« (Lucie und Elaine) ■ 7. Nachbesprechung (Thomas’ Truppe
mit Sarah und Quentin) ■ 8. Fünf Umschläge (Émilie und Sarah) ■ 9. Aufbruch ins Baskenland
(Béatrice und der Ethnologe) ■ 10. Im Park von Montsouris (Frédérique und Renaud) ■
11. Die leere Boutique (Colin) / Ein Abschied (Thomas und Béatrice) ■ 12. War Igor in dem Haus
am Meer? (Émilie und Lili) ■ 13. Verbrannte Briefe (Lucie, Étienne und Thomas) ■ 14. Die rote
Königin und der weiße König (Frédérique und Renaud) ■ 15. Das blaue Zimmer (Émilie und Thomas)
■ 16. Prinzessin Pauline (Colin und Sarah) ■ 17. Abspann

Achte Episode VON LUCIE ZU MARIE
1. Vorspann / Was in der vorigen Episode geschah ■ 2. Glühwein für Prometheus (Émilie und
Thomas) ■ 3. Das Pendel (Colin) / Igors Schal (Émilie und Thomas) ■ 4. »Warum siehst du mich
so an?« (Émilie und Sarah) ■ 5. Renauds Geheimnis (Frédérique) ■ 6. Igors Zimmer (Émilie) ■
7. »Ich will nicht mehr spielen« (Thomas und Lili) ■ 8. Die Frage der Dreizehn war falsch gestellt
(Warok, Lucie und Colin) ■ 9. Die Unersättlichen (Frédérique) / Am Strand (Lili) ■ 10. Anruf von
Igor (Émilie) ■ 11. Schießerei auf dem Dach (Frédérique und Renaud) ■ 12. Überstürzter Aufbruch
(Thomas, Émilie und Lili) ■ 13. Le Deauville (Colin) ■ 14. Noli me tangere (Thomas) ■
15. Die Göttin Minerva (Marie) / Abspann

Credits
Darsteller: Jean-Pierre Léaud, Juliet Berto, Michael Lonsdale, Eric Rohmer, Bulle Ogier
Redaktion: Robert Fischer
Regie: Jacques Rivette

Produktionsland: F
Produktionsjahr: 1971/1990
Pressestimmen

»Die mustergültige Edition ist von einem ausführlichen, reich bebilderten Booklet begleitet.« FilmDienst

»Der radikalste Filmemacher der nouvelle vague.« Süddeutsche Zeitung

»Ein Wunderwerk an Unvorhergesehenem, auf Momente der Entdeckung setzend, ein Recht auch auf darstellerische Leere reklamierend, dabei sich nie wiederholend und wie der Lauf des Wassers im Fluss geschmeidig ausweichend, wenn ein Hindernis den Weg blockiert.« – Jörg Becker, ray

»Die Bezüge zu Aischylos, zu Balzac, zu Carroll, die Art und Weise, wie der Film in diesen literarisch mythologischen Kontexten das Spiel der einzelnen Personen diskutiert, könnte so etwas wie Furcht oder besser Ehrfurcht erwecken, vor allem, wenn man sich die Laufzeit (lang: ca. 78o Minuten; kurz: ca. 24o Minuten) bewusst macht. Doch hat man diese Furcht nicht immer, bevor man sich einen Rivette-Film angeschaut hat? Und ist man dann nicht jedes Mal überrascht, wie herrlich nprätentiös, ja wie herrlich unterhaltend seine Filme sind? Und dies, ohne trivial zu sein. Wie macht er das bloß?« DEADLINE

»Eine Pioniertat von Absolut Medien.« Hans Helmut Prinzler

»Wir nehmen an einem Spiel voller Intrigen, philosophischer Irrwege und rätselhafter Beziehungen teil. Es geht um Kunst und Leben. Spannend, wenn man sich auf das mysteriöse Spiel einlässt.« Hans Helmut Prinzler

»Bereits 2011 stand “Out 1” auf der Release-Liste des Labels, dann gab es rechtliche und technische Verzögerungen. Das Warten auf die Edition hat sich definitiv gelohnt. Technisch darf man naturlich keine Wundertaten erwarten: Aufgespielt wurden die WDR-Sendebänder aus den frühen 90er Jahren, die hin und wieder mit kleinen Defekten zukämpfen haben, die “Spectre” zu Grunde liegende Kopie reißt auch keine Bäume aus. Aber das muss alles schon so sein, nur so bleibt die magische Aura des Films unangetastet, und gerade in Zeiten von HD Fetisch ist es nur recht, dass man das Ausgangsmaterial als das sieht, was es ist. Vorbildlich sind die deutschen und englischen Untertitel gelungen, interessantes, eigens produziertes Bonusmaterial rundet die DVDs ab. Somit ist “Out 1” wohl eine der wichtigsten und gelungensten Veröffentlichungen des Jahres,
mit der sich Cinephile einen Traum erfüllen können.« celluloid

»OUT 1 ist genau datiert: zwei Jahre nach 68. Er scheint wie ein ethnologischer Film eine Situation festzuhalten, die durch Stagnation, Blockaden, Epigonentum, aber auch durch Suchbewegungen, hektischen Aktionismus, AUfbruch gekennzeichnet ist.« Cargo

»Die letzte Filmsequenz zeigt Thomas zusammen mit zwei seiner Schauspieler in einer Situation am Strand, die zwischen Blödelei, Fest und archaischem Ritual oszilliert. Er versucht, indem er trinkt, improvisiert und rituelle Handlungen vollzieht, zu etwas Neuem vorzustoßen, und er ruft den anderen, die ihm nachlaufen, zu: «Laissez-moi». Der Sinn dieses «noli me tangere» ist weniger «Rührt mich nicht an» oder «Haltet mich nicht fest» als vielmehr «Klebt nicht an mir» oder »Lasst los und werdet selbständig».« Cargo

»Zur Entstehungszeit von OUT 1, damals, in der Folge des Pariser Mai 1968, hatte man noch Zeit, sich einem Zustand unbestimmten Wartens hinzugeben – ein Warten auf das Urteil der Geschichte? … als Denkmal solchen innovativ-schöpferischen Prozesses ist OUT 1 ein Wunderwerk an Unvorhergesehenem, auf Momente der Entdeckung setzend, ein Recht auch auf darstellerische Leere reklamierend, dabei sich nie wiederholend und wie der Lauf des Wassers im Fluss geschmeidig ausweichend, wenn ein Hindernis den Weg blockiert.« ray Filmmagazin

»Meilenstein des Improvisationskinos … Bis heute fühlen sich junge Regiekünstler von diesem Werk inspiriert und beeinflusst … Eine der bedeutendsten Veröffentlichungen des Jahres« Splatting Image

»Es geschieht nicht gerade häufig, dass sich die große Filmnation Frankreich bei seinen Nachbarn aus Deutschland bedanken muss. Im Gegensatz zur “Grande Nation” hat das Kino, was Ansehen und Traditionspflege betrifft, in Deutschland immer noch einiges nachzuholen. Umso bemerkenswerter ist es, dass Jacques Rivettes Film “Out1 – Noli me tangere” heute in seiner vollständigen Fassung nur deshalb vorliegt, weil sich die Filmredaktion des Westdeutschen Rundfunks schon früh um dieses Werk bemühte. … Jetzt ist der Film – wiederum dank der Bemühungen deutscher Filmexperten – auf DVD erschienen. Die Edition enthält die Lang- und Kurzfassung sowie zahlreiche Interviews und weiteres Hintergrundmaterial – eine filmhistorische Großtat zweifelsohne. In Zeiten, in denen amerikanische Fernsehserien vor allem auch in deutschen Wohnzimmern Triumphe feiern, hat man nun also Gelegenheit, eine Art französischen Vorläufer zu sehen.« Jochen Kürten, Deutsche Welle

»Jacques Rivettes “Out1” ist Abenteuerkino der ganz besonderen Art. Intellektuell, aber auch märchenhaft: sehr französisch.« Jochen Kürten, Deutsche Welle

»Jetzt ist der Film – wiederum dank der Bemühungen deutscher Filmexperten – auf DVD erschienen. Die Edition enthält die Lang- und Kurzfassung sowie zahlreiche Interviews und weiteres Hintergrundmaterial – eine filmhistorische Großtat zweifelsohne.« Jochen Kürten, Deutsche Welle

»EINZIGARTIG, ein Denkmal in der Geschichte des modernen Kinos und ein wesentlicher Markstein für das Filmschaffen.« Éric Rohmer

»OUT 1 ist ein Werk, wie die Filmgeschichte sonst keines kennt, es ist darum ein großes Glück, dass es jetzt für die Stadt und den Erdkreis greifbar sein wird.«
TAZ, Mai 2013

»Über mehrere Stunden wartet man darauf, dass einen die Mechanik der Fiktion an der Hand nimmt und endlich verlässliche Zusammenhänge hergestellt werden. In dieser Zeit vergnügt man sich trefflich damit, Menschen dabei zuzusehen, wie sie sich das postrevolutionäre “Warten auf das Urteil der Geschichte”(Rivette) mit Spielen vertreiben.«
Filmdienst, 04.Juli.2013

»Mit großer Freiheit setzte Jacques Rivette in “Out 1” seine ganz eigene künstlerische Revolution um. Sein längster Film sollte auch zu jenem werden, in dem er sein Ende der 60er Jahre formuliertes Credo zum “Film ohne Regisseur” am konsequentesten umgesetzt hat…
Mit dem Abspann setzt ein Bedauern über das Ende ein und der Wunsch, man könnte den Weg seiner Protagonisten weiter verfolgen. Über einen zwölfeinhalbstündigen Film ließ sich wohl kaum etwas Besseres sagen« DIE WELT

»13 Stunden Schönheit.« Die ZEIT

»Leider nur 12,5 Stunden lang.« Die Welt

»Cinephile mit langem Atem dürfen sich diese reich ausgestattete und nur dank enormem Engagement zustande gekommene Edition nicht entgehen lassen.« Der Landbote

Auszeichnungen

Ausgezeichnet auf dem Festival »Cinema Ritrovato« (Bologna) mit dem Spezialpreis der Jury als Beste DVD-Edition

5 DVDs
im Schuber mit Booklet

lieferbar
€ 39,90


Best. Nr.: 7017
ISBN: 978-3-8488-7017-2
EAN: 978-3-8488-7017-2
FSK: Infoprogramm

Länge: 745 Min. (NOLI ME TANGERE). 253 Min. (SPECTRE)
Bild: PAL, Farbe, 4:3
Ton: Mono
Sprache: Französisch
Untertitel: deutsche Untertitel
Regionalcode: codefree

Label: ARTE Edition
Edition: ARTE EDITION
Rubrik: Spielfilm


Weitere Titel aus
unserem Programm




Edward Hopper
Jean-Pierre Devillers




Die Kathedrale – die Baumeister des Straßburger Münsters
Mark Jampolsky


absolut MEDIEN GmbH © 2014