Filmarchiv | Raus aus der Haut

Raus aus der Haut

Regie: Andreas Dresen

Die DDR im “deutschen” Herbst 1977: Markus ist heimlich verliebt in Anna, die mit ihm in die 12. Klasse geht. Anna aber steht mehr auf Randy – und das nicht nur wegen seiner Rockband. Als Anna ein Bild der RAF aus dem “Spiegel” in die Klasse mitbringt, wird sie ausgerechnet von dem linientreuen Schuldirektor Rottmann dabei erwischt. Die Konsequenz: Rottman droht, ihre Bewerbung für ein Medizinstudium zu verhindern. Für Anna, die aus einer Medizinerfamilie kommt, ist das eine Katastrophe. Marcus nutzt die Chance, um Anna zu imponieren und stiehlt das brisante Material aus dem Lehrerzimmer. Doch der Diebstahl fliegt auf und bringt ihn und Anna erst recht in die Zwickmühle. Eigentlich hätte Marcus sich ja nie dazu überreden lassen, aber weil die Idee von Anna kam … Und so wird Rottmann nach dem Vorbild der RAF einfach entführt und im abgelegenen Keller von Annas Großmutter festgehalten. Spätestens nach der Fachlehrer-Konferenz, die über die Studienbewerbungen entscheidet, soll Rottmann wieder frei sein. Doch die Schwierigkeiten fangen jetzt erst richtig an …

Credits
Buch: Torsten Schulz, Andreas Dresen
Darsteller: Susanne Bormann, Fabian Busch, Otto Mellies, Christel Peters, Matthias Walter
Kamera: Andreas Höfer
Musik: Jürgen Ehle ("Pankow"), Kulle Dziuk ("Pankow")
Regie: Andreas Dresen

Produktion: Peter Hartwig, ORB
Produktionsland: D
Produktionsjahr: 1997
Pressestimmen

»Eine wundervolle skurrile Idee, souveränes Spiel mit dem Gestern, eingehüllt in die alten Renft-Lieder. Aber Regisseur Andreas Dresen macht noch mehr daraus. Die einfache Geschichte bekommt plötzlich viele Böden und keiner davon ist aufgesetzt. Souverän bleibt Dresen jenseits aller Klischees, lässt selbst Schuldirektor Rottmann seine Augenblicke von Größe und hält für ihn die bitterste Erfahrung bereit. Denn wer sollte ihm diese Entführung glauben?«
- Kerstin Decker, Tagesspiegel vom 26.9.97

»Kaum ein Film im deutschen Kino kann diesem Fernsehfilm die Waage halten. Dresen hat sich erneut als einer der fähigsten Regisseure seiner Generation erwiesen, der makellose Kennerschaft mit seltenen humanen Eigenschaften vereinigt, die gleichwohl für seine Kunst erforderlich sind: Einfühlung, Behutsamkeit, Gerechtigkeitssinn, Humor.«
- Thomas Koebner, Funkkorrespondenz 40/97

Auszeichnungen

1998 mit dem “Lucas”-Preis der Jury Jugendfilm des Internationalen Kinder- und Jugendfilmfestivals in Frankfurt ausgezeichnet.

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