Filmarchiv | Swastika

Swastika


Regie: Philippe Mora

Fast vier Jahrzehnte nach dem Skandal: Der Found Footage Klassiker erstmals in Deutschland!

Die Uraufführung 1973 bei den Filmfestspielen in Cannes wurde abgebrochen, der Schock über einen unbedarft wirkenden Hitler in Farbe war zu groß. Zusammengestellt nur aus NS-Archivaufnahmen und Eva Brauns Home Movies findet SWASTIKA einen Weg, sein Material zum Sprechen zu bringen. Ohne Kommentar, ohne Belehrung, allerdings mit Musik und nachsynchronisierten Stimmen. Zwischen den Bildern entlarvt sich das System selbst, denn die Montage fügt zusammen, was scheinbar nicht zusammen gehört, verbindet den Schrecken der KZ-Bilder, die visuelle Dogmatik der offiziellen Propagandabilder und der Massenaufmärsche mit der idyllischen Banalität des privaten Kaffeekränzchens auf dem Obersalzberg.

Originalaufnahmen von: Werner von Blomberg, Martin Bormann, Dirk Brinkley, Eva Braun, Gretl Braun, Wilhelm Bruckner, Neville Chamberlain, Fräulein Christians, Graf Ciano, Albert Einstein, Hermann Esser, Wilhelm Furtwängler, Hermann Göring, Joseph Goebbels, Rudolf Hess, Reinhard Heydrich, Heinrich Himmler, Adolf Hitler, Heinrich Hoffmann, Fritz Kuhn, Benito Mussolini, Dr. Theodor Morell, Jesse Owens, Joachim von Ribbentrop, Baldur von Schirach, Fräulein Schröder, Franz-Xaver Schwarz, Albert Speer, Julius Streicher, Joseph Thorak, Adolf Wagner, Arno Breker

Extras

EXTRAS: Der Historiker Jonathan Petropoulos über SWASTIKASWASTIKA Revisited – Die Filmemacher im Gespräch • BBC-Interview 1973 mit Lutz Becker und Albert Speer • Manipulation
und Nazi-Propaganda • Farbfilm im Dritten Reich sowie ein Audiofile »Abschied vom Mythos Leni
Riefenstahl« (in engl. Sprache).

Credits
Buch: Philippe Mora, Lutz Becker
Lied: Noel Coward
Regie: Philippe Mora
Schnitt: Andrew G. Patterson

Produktion: David Puttnam, Sandy Lieberson
Produktionsland: GB
Produktionsjahr: 1973
Pressestimmen

»Natürlich sind Aufnahmen vom Obersalzberg inzwischen auch von Guido Knopp und Co in Schnipselform benutzt worden. Aber bei „Swastika“ entfalten sie durch ihre Länge und den Gesamtzusammenhang eine ganz andere Wirkung. Sie zeigen keine Monster, sondern die Banalität und Durchschnittlichkeit der Bösen.« – Deutschlandfunk, Bernd Sobolla

»In ›Swastika‹ traf das emphatische Staatsvolk des ›Dritten Reiches‹ nun auf Hitler und seine Entourage als Kleinbürger an der Kuchentafel, mit Hunden und Kindern. Der ›von der Vorsehung Erwählte‹ als mürrischer Spießer, seine Freundin als sportbesessener Nackedei, dazu ein devoter
Goebbels und ein feister Göring. Und kein Kommentar, der das alles historisch einordnet und pädagogisch aufbereitet.« Berliner Zeitung

»eine wahrhaft irrwitzige Wiederentdeckung … aufsehenerregender Dokumentarfilm über das Dritte Reich … Die umfassend ausgestattete DVD von SWASTIKA ist letztlich eine sehenswerte und spannende Wiederentdeckung« IKONEN Magazin

»„Swastika“ ist nicht nur ein faszinierender, sondern auch ein kontroverser Film. … 1973 war
„Swastika“ mit seinen so pietätlosen wie manipulativen Bild-Ton-Montagen und seiner grundsätzlich absurden Herangehensweise seiner Zeit voraus; in Deutschland kam der Film gar nicht erst in die Kinos. Jetzt liegt er auf DVDvor, und umfangreiches Zusatzmaterial erschließt die Rezeptionsgeschichte dieses wichtigen Beitrags zur Antwort auf die Frage, was damals zur Hölle eigentlich geschah.« Berliner Zeitung

»Diese Veröffentlichung als deutsche DVD-Premiere ist auf jeden Fall überfällig und wichtig, in guter Qualität und mit ausgesuchten, hochinteressantem Ergänzungsmaterial.« Splatting Image »Philippe Moras Swastika ist eine einzige, 90minütige Verunsicherung. Das ist gut so. Nun ist er auf DVD erschienen, mit tollem Bonusmaterial. Er hat auch fast vierzig Jahre nach seiner Uraufführung nicht an Aktualität verloren und bleibt nach wie vor pädagogisch wertvoll. … Dieser Film ist wahrlich ein Film gegen das Vergessen. Und wenn alljährlich, zum Tag der Einheit, das Feuilleton sich zu hochtrabend philosophischen Essays darüber erhebt, wie man das Vergessen verhindern könne, und was das eigentlich sei, wie es auszusehen habe, jenes Gedenken, und ob denn die jüngste Generation hierzu zu verpflichten sei, dann kann man ruhigen Mutes sagen: schaut Swastika. Sprecht darüber. Bleibt achtsam. … In der ›Washington Post‹ schrieb Kenneth Turan schon 1974, und dem ist auch heute nichts hinzuzufügen: »In Wirklichkeit ist Swastika, auch wenn er schwierig anzunehmen ist, der wirksamste unter den Anti-Faschismus-Filmen, einfach weil er uns zeigt, was Menschen oftmals zu vergessen scheinen. Eine Lektion, die nicht oft genug gelernt werden kann: Dass Adolf Hitler und seine Anhänger keine Teufel oder nachgebildeten Roboter waren, sondern im Alltag sogar normale Menschen, die in ihrer Freizeit nicht vom Rest von uns zu unterscheiden sind.« Schnitt, Karsten Rohrbeck, 1.12.2010

DVD
nicht mehr lieferbar

Best. Nr.: 530
ISBN: 978-3-89848-530-2
EAN: 978-3-89848-530-2
FSK: 12

Länge: 93
Bild: PAL, s/w + Farbe, 4:3
Ton: Dolby Stereo
Sprache: Englisch
Untertitel: deutsche Untertitel
Regionalcode: codefree

Label: absolut MEDIEN
Rubrik: Dokument


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