Film | Geh und lebe

Geh und lebe

Regie: Radu Mihaileanu

Mitte der achtziger Jahre wurden tausende äthiopischer Juden aus sudanesischen Flüchtlingslagern nach Israel ausgeflogen. In den Wirren der Rettungsaktion trennt sich eine Mutter von ihrem neunjährigen Sohn, damit er überleben kann. Sie – eine äthiopische Christin – gibt ihn als Juden aus und schickt ihn nach Israel. Dort gilt er als Waise. Salomon, Schlomo gerufen, wächst in Tel Aviv auf, stets in Sorge, dass er das Land verlassen muss, wenn jemand erfährt, dass er kein Jude ist. Selbst seiner jüdischen Adoptivfamilie, die ihn liebevoll aufnimmt, gibt er sein Geheimnis nicht preis. Als afrikanischer Einwanderer ist er doppelt Außenseiter. Schlomo ist hin- und hergerissen zwischen verschiedenen Identitäten: Einerseits ist er Äthiopier und Christ, andererseits fühlt er sich auch als Jude und gewinnt sogar ein Streitgespräch über die Tora. So wächst er heran, lernt die Liebe kennen, das Judentum, die westliche Kultur, aber auch rassistische Vorurteile und den Krieg. Eines Tages wird er sein Geheimnis preisgeben. Denn nie wird er seine Mutter vergessen und seine ursprüngliche Identität: Er ist ein Äthiopier, der überlebt hat.

Internationale Filmfestspiele Berlin 2005: Panorama Publikumspreis und Preis der ökumenischen Jury; Internationales Filmfestival Kopenhagen 2005: Hauptpreise “Bester Film” und “Bestes Drehbuch”

Credits
Buch: Radu Mihaileanu
Darsteller: Yaël Abecassis, Roschdy Zem, Moshe Agazai, Mosche Abebe, Sirak M. Sabahat, Roni Hadar, Yitzhak Edgar
Kamera: Rémy Chevrin
Musik: Armand Amar
Regie: Radu Mihaileanu
Schnitt: Ludo Troch

Koproduktion: Cattleya, K2, Transfax Films, France 3
Produktion: Elzévir Films, Oï Oï Oï Productions
Produktionsland: F, Israel
Produktionsjahr: 2005
Pressestimmen

»Der Junge ist nie nur Assimilation, er ist nie nur Widerstand. (…) Auf diese Weise entwickelt sich der Film, der mit seinen zweieinhalb Stunden keine Minute zu lang ist, zu einem komplexen Psychogramm: (…) Der Junge aus Äthiopien hat zwei Religionen, zwei Kulturen, zwei Heimatländer. Doch er zerbricht nicht an diesen Widersprüchen, sondern erkennt sie in einem schmerzhaften Prozess glaubhaft als Teile der eigenen Geschichte.«
- Christian Buß, in: Spiegel Online, 6. April 2006

Auszeichnungen

Internationale Filmfestspiele Berlin 2005: Panorama Publikumspreis und Preis der ökumenischen Jury; Internationales Filmfestival Kopenhagen 2005: Hauptpreise “Bester Film” und “Bestes Drehbuch”

DVD
lieferbar
€ 14,90


Best. Nr.: 656
FSK: 12

Originaltitel:
Va, vis et deviens


Länge: 144
Bild: Farbe
Sprache: Deutsch

Label: absolut MEDIEN
Edition: absolut Durchblick
Reihe: KJF
Rubrik: Spielfilm
Genre: Drama


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