Film | Tot in Lübeck

Tot in Lübeck

Regie: Lottie Marsau, Katharina Geinitz

Der Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in der Lübecker Hafenstraße am 18. Jan. 1996 ist nie aufgeklärt worden. Zehn Menschen sind verbrannt und viele andere verletzt und traumatisiert worden. Und weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte im feinen Lübeck, begann in den folgenden Jahren ein Aktenberge produzierendes Versteckspiel um die Wahrheit, das bis heute nicht beendet ist. Das könnte dazu verführen, geradewegs Thesen aufzustellen und mit neuen
Enthüllungen aufzuwarten. TOT IN LÜBECK tut dies nicht. Stattdessen gehen die Regisseurinnen geduldig aus unterschiedlichen Perspektiven an die “Sache” heran und enthüllen dabei erst ihre eigene Sicht, die sich lesend, aufzeichnend und nachfragend im Hintergrund hält.

So lässt TOT IN LÜBECK die sprechenden Geister und Ungeister, die aus diesem Haus des Schreckens gekrochen sind, langsam und nachhaltig auf den Zuschauer einwirken, bis dieser das dringende Bedürfnis nach der Wahrheit über den Hergang des Verbrechens herbeiwünscht und am Ende erkennen muss, dass das Verschwinden und die Verschleierung der Wahrheit selbst Teil der Wahrheit über diesen Brandanschlag ist.

TOT IN LÜBECK dokumentiert die seltsamen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach einem bis heute nicht aufgeklärten Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in der Lübecker Hafenstraße am 18. Januar 1996. Bei dem Anschlag verbrannten zehn Menschen. Spuren in das Neonazi-Milieu wurden nicht verfolgt.
Stattdessen konzentrierten sich die Ermittlungen auf den Asylbewerber Safwan Eid. Ausführlich kommen der Generalstaatsanwalt Erhard Rex und Safwan Eids Verteidigerin Gabriele Heinecke zu Wort. Der Film “wirft die Frage auf, warum der Fall als unaufgeklärt zu den Akten gelegt wurde. Warum hat sich die Staatsanwaltschaft so lange auf einen Beschuldigten konzentriert, von dem man schnell wusste, dass er es nicht gewesen sein konnte? Und was hat dazu geführt, dass die Verdachtsmomente gegen drei Neonazis nicht hinreichend geprüft wurden? Dass sogar
Beweismittel verschwanden?”
Lübecker Nachrichten

“Ihr als Moritat angelegter Film ist gewöhnungsbedürftig, doch wenn der Bänkelgesang des Kaberettisten Dietrich Kittner in den Hintergrund tritt und die hilflosen Entschuldigungsversuche des Lübecker Oberstaatsanwalts nur noch kommentiert, verdichtet er sich zu einer beklemmenden Realsatire.” Filmdienst

Credits
Regie: Lottie Marsau, Katharina Geinitz

Produktionsland: D
Produktionsjahr: 1996
Pressestimmen

TOT IN LÜBECK dokumentiert die seltsamen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach einem bis heute nicht aufgeklärten Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in der Lübecker Hafenstraße am 18. Januar 1996. Bei dem Anschlag verbrannten zehn Menschen. Spuren in das Neonazi-Milieu wurden nicht verfolgt. Stattdessen konzentrierten sich die Ermittlungen auf den Asylbewerber Safwan Eid. Ausführlich kommen der Generalstaatsanwalt Erhard Rex und Safwan Eids Verteidigerin Gabriele Heinecke zu Wort. Der Film “wirft die Frage auf, warum der Fall als unaufgeklärt zu den Akten gelegt wurde. Warum hat sich die Staatsanwaltschaft so lange auf einen Beschuldigten konzentriert, von dem man schnell wusste, dass er es nicht gewesen sein konnte? Und was hat dazu geführt, dass die Verdachtsmomente gegen drei Neonazis nicht hinreichend geprüft wurden? Dass sogar Beweismittel verschwanden?” Lübecker Nachrichten

“Ihr als Moritat angelegter Film ist gewöhnungsbedürftig, doch wenn der Bänkelgesang des Kaberettisten Dietrich Kittner in den Hintergrund tritt und die hilflosen Entschuldigungsversuche des Lübecker Oberstaatsanwalts nur noch kommentiert, verdichtet er sich zu einer beklemmenden Realsatire.” Filmdienst

aod
lieferbar


Best. Nr.: 5514

Länge: 107
Bild: PAL, S/W, 4:3
Sprache: Deutsch

Label: absolut on demand
Reihe: absolut on demand
Rubrik: Dokument


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