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Ein Film von Wolfgang Bergmann (Missbrauchte Helfer, Bahnhöfe Europas erzählen Geschichte(n))
Hessischer Filmpreis
Der Reichseinsatz - Zwangsarbeiter in Deutschland - DVD
ISBN: 978-3-89848-049-9
Best. Nr.: 49
Preis: € 14,90
EAN: 4-021308-880497
 
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Anders als die Wochenschau vom April 1942 propagiert, spielen deutsche Frauen in der Rüstungsindustrie keine große Rolle, dafür aber ausländische Arbeiter. Im Herbst 1944 sind 8 Millionen Ausländer in Deutschland beschäftigt. 30 Prozent der werktätigen Bevölkerung damals. Heute sind es 10 Prozent. Niemals zuvor und niemals danach hielten sich so viele Fremde in Deutschland auf. Aus 26 Ländern wurden sie, wie man sagte, ins "Reich verbracht". Ohne diese Zwangsarbeiter wäre Deutschlands Krieg schon 1942 zu Ende gewesen.

Fritz Sauckel, Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz, Frühjahr 1944:
"Von den 5 Millionen ausländischen Arbeitern, die nach Deutschland gekommen sind, sind keine 200.000 freiwillig gekommen."
O-Ton Deutsche Wochenschau von 1941:
"Die Gefangenen aus den Durchbruchs- und Umfassungsschlachten in der Ukraine werden in großen Lagern gesammelt. Diese stumpfsinnigen Horden aus den Steppen Innerasiens werden heute von der englischen Plutokratenclique als Verteidiger der europäischen Zivilisation und Kultur gefeiert..."
Der Film zeigt aus der Perspektive der Täter und der Opfer, wie sich das System des Arbeitseinsatzes historisch entwickelte: Anwerbung von Freiwilligen, Verschleppung, rassistische Unterdrückung, Sklavenarbeit.
Archivmaterial aus 10 Ländern wurde zusammengetragen. Der Autor suchte Zeitzeugen in 8 europäischen Staaten auf, einige von ihnen berichten im Film über ihre Erfahrungen. Zwangsarbeiter in Deutschland, sie waren für jeden sichtbar und wie selbstverständlich im Alltagsbewusstsein verankert, Verantwortung und Schuld wurden dennoch verdrängt und vergessen. Ohne direkte aktuelle Bezugnahmen werden Wurzeln von Ausländerfeindlichkeit sichtbar.

Aus der Begründung der Jury für den Hessischen Filmpreis 1993:
"Bei dem Film DER REICHSEINSATZ von Wolfgang Bergmann handelt es sich um ein vorzügliches Exemplar der Gattung Dokumentarfilm. Er ist sorgfältig recherchiert, spannend montiert, klug und sparsam kommentiert, ein aufklärerischer Film im besten Wortsinn....
Wolfgang Bergmann und seinen Mitarbeitern gelingt die künstlerische Anstrengung, ein Stück historischer Alltagsrealität aus der Perspektive der Opfer und der Täter zu rekonstruieren. Er spürt Einzelschicksalen im Getriebe des bürokratischen NS-Terrorapparates nach, zeigt den Konflikt zwischen kriegswirtschaftlich bedingtem Arbeitskräftebedarf und rassistischer Ideologie."

FBW: "wertvoll"

DVD-Ausstattung:

DVD5 PAL codefree
Bildformat: 4:3
Ton: mono
Kapiteleinteilung
Infolinks
 

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Regie: Wolfgang Bergmann
Buch: Wolfgang Bergmann
Kamera: Rali Raltschev
Schnitt: Inge Behrens
Produktion: LICHTFILM, NDR, WDR, ARTE
Produktions-Land+Jahr: Deutschland, 1993
Musik: Wolfgang Hamm
Mitarbeit: Ulrich Herbert, Helga Bories-Sawala, Jens Dücker
Redaktion: Hannelore Schäfer, NDR, Klaus Liebe, WDR

DVD PAL, Farbe + s/w, ca. 117 Min., FSK: 16

Interview mit dem Regisseur
 



"Der Film verliert den politisch-weltanschaulichen Rahmen für den REICHSEINSATZ nie aus den Augen. Auszüge aus Befehlen, Arbeitsanweisungen und Gerichtsurteilen von damals erinnern ebenso daran wie Statistiken und erklärende Zwischentexte."
- Sonntagsblatt

"Historische Dokumente stehen neben Wochenschauaufnahmen: Zeugnisse überlebender Zeitzeugen neben den menschenverachtenden Erlassen der NS-Führung; die Schauplätze von damals werden nicht nur vage-illustrativ ins Bild gerückt, sondern präzise beschrieben."
- Frankfurter Rundschau

"Die klassische Dokumentation macht das Schweigen der Täter, von denen sie keinen einzigen vor die Kamera bekam, hörbar." - FAZ

 
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